Ich moechte Euch / Ihnen meinen Vorschlag fuer unser Urlaubsseminar (Taiji / Qigong / Uebungen zur Entspannung, Meditation) 2012 vorstellen. Hier kommen meine Eindruecke:
Den notwendigen Zwischenstop bzw die Anreise nach Nordzypern ueber den Flughafen Istanbul habe ich bei der Planung zunaechst als laestig empfunden. Doch, als es dann so weit war, da waren wir bereits auf "Warten" eingestellt und fanden eine Lounge (Bild links), in der es ruhig und angenehm war. So konnten wir schon mal ein bißchen Orient "vorfühlen", denn der Flughafen Istanbul ist die kulturelle Drehscheibe zwischen Orient und Okzident. In der Lounge genossen wir unseren ersten türkischen Mocca (was mich betrifft sind viele weitere gefolgt...). Wir - das waren Christiane und ich und wir zogen aus und waren reif fuer die Insel...
Freilich koennte man den Zwischenstopp in Istanbul auch als Chance ergreifen und zwei Tage oder so in der Metropole Istanbul verbringen. Das moechte ich auf jeden Fall bald einmal nachholen. Dieses Mal ging unsere Reise direkt weiter, sie gestaltete sich problemlos. Am Flughafen ERCAN (Nordzypern) sind wir abgeholt worden und im Taxi (Luxuslimousine älteren Datums mit dem Stuttgarter Stern) ins Riviera, unsere Appartementanlage, chauffiert worden. Mein erster Gedanke dort war: Herrlich!!! Ich höre, ich spüre, ich rieche das Meer, ein stetiges Wellenklatschen, nicht aufdringlich aber konstant die Hintergrundmusik fuer alles, was sich hier abspielt. Sehen konnten wir es freilich nicht mehr, das Meer, es war schon dunkel, ungefähr 22.30 Uhr. Doch zu essen bekamen wir auf der offenen Veranda noch etwas und der Senior-Chef der Familie hat seine letzten Gaeste an diesem Abend freundlich und interessiert empfangen. Die frische Luft vom Meer, die Geraeusche vom Garten her, unser Gespraech mit dem Senior (das schnell philosophisch wurde, sich um "Ankommen" an und fuer sich drehte, um die Kulturen, um Bewegung, Taiji und Meditation) und es war wohl auch die Erwartung, in der wir uns befanden, das alles hat Christiane hinter vorgehaltener Hand so ausgedrueckt: Ich weiß nicht, ist das noch Realitaet? Ich fuehle mich wie in einem Film, einer Hemingway-Verfilmung oder so... Und so gingen wir erst mal schlafen. Irgendwann in der Nacht bin ich aufgewacht und hoerte wieder die Wellen im immer gleichen Rhytmus. Mein Gedanke: Lasst mich hier schlafen, ausruhen, zu mir kommen ... Am Morgen bin ich dennoch frueh raus. Ich wollte sehen, wie die Formen und die Farben erwachen. Hier kommen ein paar Bilder vom Garten, vielleicht sagen sie mehr als meine holperigen Worte.
Fuer diejenigen, die die letzten Jahre mit waren in der Villa Anna (Halbinsel Istrien/Kroatien): man kann die beiden Gaerten nicht vergleichen. Der Garten der Villa Anna war im Frühjahr, wenn wir dort waren, immer eine wahre Blumenpracht, ein kleines gestaltetes Paradies, ähnlich noch unserer eigenen, gestalteten Gaerten. Dieser Garten hier ist auch gestaltet, aber irgendwie viel wilder, ungestalteter wirkt er. Wir sind natuerlich auch eine ganze Ecke suedlicher und dementsprechend wachsen hier nochmal andere Pflanzen. Ganz aus dem Häuschen war ich ueber die reifen Granataepfel ueberall an den Bäumen... Was allerdings auch zu spueren war, das ist der Wassermangel zu dieser Jahreszeit. Wo nicht kuenstlich bewaessert wird, ist "Brus" - das ist im Frühjahr wahrscheinlich noch besser. Die Anlage vom Riviera grenzt direkt ans Meer, diesen Umstand nutzen die Inhaber wirklich als Standortvorteil, indem sie "lauschige Plaetzchen" eingerichtet haben, die ganz unterschiedlicher Art sind, da sie immer neue Blickachsen bieten, vielfach ins freie Meer hinaus, dann aber auch an dem kleinen, angelegten Sandstrand im Sinne einer "Südseeatmosphere", dann wieder erhaben auf einem Felsen mit Blick ins reine Blau, dann mit Blick auf die Bergkette hinter dem Riviera u.s.w. Hier kommen noch ein paar Bilder, die vielleicht zeigen können, was ich meine...
I Strand Riviera (felsiger Teil am Steg) II Blick vom Steg (felsiger Strand) auf die Anlage.
Sonnenuntergang im Garten
Riviera - Sandstrand bei Sonnenaufgang: Hier haben mich die "Loosening Exercises" bei Sonnenaufgang uebers Meer getragen...
Riviera - Blick vom Sandstrand in Richtung Seminarraum
Bilder von den Haeuschen (verschied. Kat.), die wieder mit ganz unterschiedlichen Blickachsen im Garten angesiedelt sind:
I Maisonette mit Balkon
I.a. Maisonette mit Balkon, Erdgeschoss. Bemerkung: Christiane hat sich zu
frueh gefreut - Klavier total verstimmt...
Maisonette mit Balkon, Erdgeschoss. Die Sofas sind zu Betten ausklapp-
bar. Unten: Blick vom Balkon
II: App. Superior: Beachside bzw. Poolseide
Christiane und ich haben in einem Maisonette ohne Balkon, dafür aber nahe am Meer gewohnt. Mir hat das sehr gut gefallen. Man kann (generell) in den Maisonette gut zu zweit wohnen, indem man beide Etagen als jeweils ein Einzelzimmer nutzt. Die Ausstattung in den Maisonettes am Meer ist einfach (siehe unten), aber das Ganze hat Charme...
B
Blick in mein Zimmer, Galerie im Maisonette
Kultur auf Nordzypern:
Istrien (Ort unserer Ferienaufenthalte der vergangenen drei Jahre) und Zypern haben eines gemeinsam: eine interessante, geographische Lage für den Handel zeichnet beide Orte aus. Auch die strategische Schlüssellage fuehrte immer schon zu Streitereien und Machtkaempfe um diese Orte. Diese Besonderheit hinterlässt Spuren durch die Geschichte hindurch, die man heute in Form von Ausgrabungen, Ruinen und - was Nordzypern betrifft - wenigen wirklich erhaltenen Gebäuden noch nachvollziehen kann. Vor den Römern (58 v. Chr. - 395 n. Chr.) beherrschten schon die Phönizier, Assyrer, Ägypter und Perser die Insel. Salamis, dessen Reste man heute noch besichtigen kann, war damals eine der größten Handelsstädte im oestlichen Mittelmeerraum. 331 v. Chr. war Zypern für kurze Zeit unabhängig mit Salamis als Hauptstadt. Etwa zeitgleich mit der Missionsreise der Apostel Paulus und Barnabas nach Zypern (ab 49 n. Chr.) und der Bekehrung des römischen Prokonsuls Sergius setzte die Christianisierung Zyperns ein. Gut restauriert kann man bis heute das Barnabaskloster in der Nähe der ehemaligen Stadt Salamis besichtigen (siehe die Bilder unten.) Allerdings wird in dem Kirchenraum heute kein Gottesdienst mehr gefeiert, es ist ein Ikonenmuseum untergebracht, desen Exponate auch weniger vom kunsthistorischen Gesichtspunkt her interessant sind. Die Ikonen (jüngeren Datums, Entstehungszeit 19. Jdt. bis in die 50er Jahre des 20. Jdt. hinein) zeigen vor allem das Bestreben der (Maler)-Moenche, den christlichen Glauben im Spannungsfeld mit dem Islam lebendig zu halten. In weiteren Gebaeuden vom Kloster ist auch eine Ausstellung mit roemischen Fundstücken sehenswert. Dass christliche Kirchen zu Museen umgestaltet wurden, oder heute als Moschee benutzt werden (Famagusta) hat mich bewegt. Der (durchaus meist "westliche") Tourist des 21. Jdt´s irrt durch die vielen Kirchenruinen (beispielsweise in Famagusta), immer mit der "Digi" vor den Augen, nicht mehr wissend, ja - in der Regel nicht einmal mehr ahnend - welch innerem Sinn die heute ausgeräumten Gebäude einst dienten. Die Gebäude dagegen stehen da - still und stumm wie Zeugen bzw. Mahnmale einer vergangenen Kultur mit ihren "Traumpfaden", man könnte auch sagen - mit ihren Bildern und Symbolen: die einst lebendig waren, weil die Menschen sie fühlen und verstehen konnten. Diese "innere" Abbruchsituation, welche die "leeren Steine" äußerlich widerspiegeln, darf man natürlich nicht den Türken vorwerfen, die (An)-Frage richtet sich vielmehr an uns selbst zurück...
Barnabas Kloster bei Salamis
Ruinen des ehemaligen Klosters Bellapais. Heute finden hier Konzerte statt.
Ausflug zur Karpaz-Halbinsel
das lohnt sich!!! Natürlicher Sandstrand kilometerweit leer und weit... Die Seele lernt - wenn man ein wenig Zeit mitbringt und sich treiben lässt - wieder neu fliegen... Wir waren am "Golden Beach" unterhalb vom (ehemaligen) Andreaskloster - am Ende der Zivilisation... Burhan´s Place ist der letzte Außenposten und bietet mit einfachen Blockhäusern Unterkunft und gute zyppriotischer Küche - hier seine Internetseite: www.burhansgoldenbeach.com (Habe auch einige Prospekte, wer interessiert ist, bitte melden...)
Und hier die Photos, die für sich sprechen:
Burhan´s Place: I Terasse Blick aufs Meer ohne Grenzen II Blick vom Strand zur Terasse
Sandstrand am "Golden Beach" und Karstlandschaft auf dem Weg zum Ziel: Das Auge gewöhnt sich langsam an eine immer reduziertere Landschaft. Meditieren fällt hier leicht - im Stehen, im Liegen, Im Sitzen - bei allem, was Du tust. Außer uns beiden waren noch ein paar Engländerinnen hier - eine rief mir am Strand entgegen: Oh darling, that´s all we need... Sie hatte recht - Nicht umsonst ist auf Zypern die Legende von Aphrodite entstanden, der Schaumgeborenen, die aus den warmen Wellen des Mittelmeers stieg...
Fazit:
Nordzypern ist ein Highlight fuer alle die zur Ruhe kommen wollen. Das Klima, der Orient, das offene Meer führt uns zum Träumen zurück - das entspannt, und aus den Träumen finden wir hinein in einen gelassenen, meditativen Zustand, der die Zeit anhält und deshalb Erholung schenkt. Taiji, Qigong, Meditation werden uns einfach fallen dort, weil alles dazu einlädt, sich auf diese Dinge einzulassen. Ein bisschen was anschaun ist auch gut, da wir es aber wie oben erzählt vornehmlich mit Ruinen zu tun haben, kommen wir andererseits nicht unter kunsthistorischen Besichtigungsstress. Von unserem Quartier, der Appartementanlage bei Girne, kommt man ganz einfach mit privaten Taxis (Kleinbussen) in die Stadt Girne, wo man eine Festung anschauen kann, ein Ikonenmuseum und vor allem flanieren kann am Hafen und in den Gässchen der Altstadt. Auch hier ist es wieder vorallem die Atmosphäre, die anregt...
Girne (Kyrenia) - Bilder von der Flaniermeile am Hafen.
Bleibt mir noch zu sagen, kommt mit und seht selbst...