Im Rahmen der Landesgartenschau Nagold präsentiert Prof. Dr. h.c. Reiner Niethammer seine Sammlung russischer Ikonen, sowie Symbolbilder aus Indien, China und Vorderasien der Öffentlichkeit. Die Sammlung zeigt, wie  unterschiedliche Kulturen ihre Religion und ihren Glauben im Bild verkündigen und äußern. Dabei lassen sich interessante Brücken und auch Unterschiede zwischen den Kulturen feststellen.

Die Sammlung und somit auch die Ausstellung besitzt zwei Schwerpunkte: für den kulturhistorisch Interessierten macht sie Geschichte "(an)fassbar". Reiner Niethammer, der in den genannten Regionen gelebt hat, vermag dem Besucher die Historie mit eigener Erfahrung verbunden, lebendig schildern.   

Bekennende Christen und spirituell Suchende können durch die Beschäftigung mit dem symbolischen Bild - der Ikone - womöglich auch eine Verlebendigung ihres Glaubens erfahren.      

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung begleitet die Besucher auf den genannten beiden Ebenen.  

Vernissage: Sonntag, 12.8. 2012, 18.15 Uhr    Prof. Dr. h.c. Reiner Niethammer führt durch seine Sammlung

 24.8. 2012, 19.30 Uhr: Vortrag und Sonderführung zur Großtafel "Das Jüngste Gericht"  Prof. Dr. h.c. Reiner Niethammer

14.9. 2012, 19.30 Uhr: Vortrag "Bild und Meditation" Dr. phil. Anette Niethammer

21.9. 2012, 19.30 Uhr: Dr. Waltraud Götz mit Schola. Anschließend Sonderführung mit dem Thema: "Sophia-die göttliche Weisheit"

3.10. 2012, 18.15 Uhr Byzantinischer Chor Stuttgart unter der Leitung von Georg Hummler: Abendlob des christlichen Ostens.

Ort: Friedenskirche, Freudenstädter Str. 50, Nagold. Öffnungszeiten täglich, 10-17 Uhr, sonntags 12.30-17.00 Uhr.

Sonderführungen sind möglich - auch außerhalb der Landesgartenschau-Öffnungszeiten.

Info und Buchung: marlis.katz@unicum-tee.de oder mobil: 01602844267

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Anette Niethammer 

 

 

 

 

Am 11. Okt. 2008 war Herr Ning Wang bei uns zu Gast. Herr Wang ist Kalligraph, Übersetzer und Taijilehrer, er hat in Peking deutsche Literatur und Sprachwissenschaften studiert. So ist es ihm möglich, Brücken zu bauen zwischen chinesischem und westlichem Denken und Fühlen.

In den chinesischen Schriftzeichen und in ihrer Entwicklung liegen Bilder verborgen, die uns viel erzählen können zur Kultur, aus der die Übungssysteme Taijiquan und Qigong kommen. So haben wir beispielsweise erfahren, dass das Zeichen für »Ich« eine menschliche Gestalt mit einer Waffe in der Hand darstellt, die auf das »Du« gerichtet ist. Sagen wir also beispielsweise: »Ich« möchte gerne…, so ist in dieser Haltung für chinesische Ohren eine Art von Aggressivität enthalten, die auf das »Du« trifft. Das Zeichen für »Du« ist demgemäß ein Mensch, der sich wie in einem umwickelten Kokon (Bild vom umwickelten Kind) wieder findet.

Solche und ähnliche Überraschungen hat uns der Referent in sehr lebendiger Weise nahe gebracht. Der Abend hat viele Impulse gegeben, die noch in Gesprächen nachklingen und die zeigen, dass „Fremdes" verstehen, ein Nachvollziehen des Anderen und eine offene Haltung von uns erfordert. Ein solches „mitgehendes" Zuhören ist hin und wieder anstrengend, bewusster wird uns dabei auch, dass die eigene Prägung unser Denken und Fühlen oft unbewusst leitet. Um so erfreulicher ist es daher, ab und an Anstöße "von außen" zu bekommen!
Literaturtip zum Thema: Urban, Albert J.: Chinesische Schriftzeichen. Ihre Historie, Kultur- und Geistesgeschichte, Paderborn 2006. (ISBN 3-938478-37-3)